Anlageoptionen in Zeiten des Niedrigzins

Feb
16

Anlageoptionen in Zeiten des Niedrigzins

Dem Niedrigzins die Stirn bieten: Wo das Geld noch wachsen kann

Die niedrigen Zinsen schlagen dort zu, wo es Anlegern am meisten weh tut: den Spareinlagen, die man sich über Jahre und Jahrzehnte mühevoll angelegt hat, damit sich das Geld bequem und sicher vermehrt. Die ungerechte Realität macht Sparer zu den Verlierern der Niedrigzins-Phase. Zu warten und die Situation auszusitzen, macht jedoch wenig Sinn, denn die Spanne wird voraussichtlich über Jahre hinweg anhalten und bedient sich wie ein Pirat an Spareinlagen, Anleihen, Versicherungen. Wir machen uns daher auf die Reise und steuern die Anlagealternativen an. Was ist für welchen Anlagetyp drin? Wir zeigen es.

Eins vorweg: Wer sein Geldvermögen noch wachsen sehen möchte, muss eine höhere Risikobereitschaft zeigen. Doch der Blick über den Sparbuchrand hinaus lohnt sich, da neue Anlagemöglichkeiten einen deutlichen Renditevorteil haben. Clever ist, das eigene Portfolio möglichst breit zu streuen und in einem gesunden Mix aus Sicherheit und Risiko anzulegen, also Aktien, Fonds, Immobilien, Rohstoffe, klassisches Sparen.

Aktien

  • Man muss kein Zocker sein, um auf dem Aktienmarkt zu investieren. Gerade der Deutsche Aktienindex verzeichnet im Schnitt eine hohe durchschnittliche Rendite im Jahr. Ein entsprechendes Interesse für das Geschehen an den Märkten vorausgesetzt und mit einer ruhenden Hand auch bei Kursschwankungen können gerade Anleger profitieren, die freies Kapital haben, es langfristig nicht brauchen und für mindestens zehn Jahre in diese Form der Wertpapiere anlegen möchten.

Fonds

  • Wem Aktien zu riskant erscheinen und sich nicht regelmäßig mit den Märkten beschäftigen möchte oder kann, für den können Fonds eine Lösung sein. Abhängig vom Investmentfonds investiert der Anleger in ein Bündel unterschiedlicher Aktien, Anleihen oder Immobilien und streut damit sein Verlustrisiko. Mit dem richtigen Depot aus verschiedenen Fonds erhöhen sich die Chancen auf eine attraktive Rendite. Das Anlageziel vor Augen, ist die Auswahl passender Fonds allerdings keine leichte, denn es existieren tausende von ihnen. Wer das passende Investment finden will, muss Bewertungen, Kennzahlen und Ratings vergleichen – und auch etwas draufzahlen. Denn die Dienstleistung des Beraters, der den Fonds vermittelt, und des Fondsmanagements, das ihn verwaltet, kostet.

Rohstoffe

  • Sachwerte gelten als eine greifbare, stabile und dauerhafte Wertanlage, in die viele ihr Vertrauen setzen. Vor allem das Edelmetall Gold genießt seit jeher eine hohe Anlegergunst. Nicht ohne Grund, wie die Auswirkungen des Brexit-Referendums zeigten: der Goldpreis schoss durch die Decke. Rohstoffe erzielen Gewinne durch Wertsteigerung, aber sie unterliegen auch starken Schwankungen. Zudem gibt es keine Zinserträge. Egal, wie „goldig“ die Zeiten aussehen, wer sich für das Edelmetall entscheidet, sollte damit nur einen gewissen Anteil seines Anlageportfolios füllen.

Immobilien

  • „Betongold“ ist ebenfalls eine handfeste Geldanlage, in die Anleger gewinnbringend investieren wollen. Immerhin stehen die Chancen gut, dass sich ein Immobilienerwerb langfristig rechnet. Und der Niedrigzins begünstigt die Aufnahme eines Kredits. Doch auch bei einer Immobilie sind das richtige Gespür für den Standort und das Objekt selbst sowie Weitsicht gefragt. Eine falsche Einschätzung kann teure Folgen haben, wenn z. B. der Immobilienwert sinkt, Mieteinnahmen wegfallen oder unerwartet hohe Objektkosten entstehen. Selbst genutzte Immobilien bedeuten ebenfalls für lange Zeit Kosten und Standortbindung. Voraussetzung sollten daher ausreichendes Eigenkapital sein und die Sicherheit, den Kredit auch langfristig tragen zu können. Bedenkt man diese Aspekte, kann die Immobilie das eigene Portfolio gut ergänzen.

Crowdinvesting

  • Einen vergleichsweise jungen Weg für Anleger in der Niedrigzinszeit ebnet das Crowdinvesting. Bei dieser Finanzierungsform beteiligen sich zahlreiche Kleinanleger schon mit geringen Summen an verschiedenen Investitionsobjekten, die meisten davon sind Startups, Unternehmen oder Immobilien. Die Investition wird direkt über eine Internet-Plattform abgewickelt, auf der sich Interessierte eigenständig informieren und beteiligen können, ohne Zusatzkosten durch Berater oder Vermittler zahlen zu müssen. Der Anlagehorizont beläuft sich im Schnitt auf zwei bis vier Jahre mit oftmals sehr guten Zinssätzen, so dass sich schon mit kleinen Vermögen eine gute Rendite erzielen lässt. Crowd-Investments eignen sich als ein Anteil der eigenen Geldanlage und bieten in ihrer Vielfalt eine interessante Möglichkeit, Kapital durch verteilen auf gleich mehrere Projekte anzulegen.

 

Wenn private Haushalte und Kleinanleger nicht zum Verlierer der Zinspolitik werden wollen, sollten sie sich neue Anlagechancen suchen, die in der richtigen Mischung – auch mit neuen Optionen wie dem Crowdinvesting – eine gute Zinsalternative bereithalten.

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